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Ratgeber · Wohnen

Eine barrierefreie Wohnung
in Rostock finden

Zur Checkliste für die Besichtigung

In Anzeigen steht schnell „barrierefrei“. Gemeint ist oft etwas anderes: ein Aufzug, ein Erdgeschoss, eine Dusche ohne Wanne. Was die Begriffe wirklich bedeuten, woran Sie eine geeignete Wohnung erkennen und was Sie bei der Besichtigung mit dem Zollstock prüfen sollten.

Stand: 23. Oktober 2026 · Maßangaben nach DIN 18040-2, zusammengefasst; maßgeblich ist der Normtext. Geschrieben von Sebastian Nagel, Immobilienmakler in Rostock-Warnemünde.

Kurz gesagt

Drei Sätze,
bevor Sie weiterlesen

Wer eine barrierefreie Wohnung sucht, spart mit diesen drei Punkten viele vergebliche Besichtigungen.

  1. Barrierefrei ist ein Normbegriff, barrierearm nicht

    Was eine barrierefreie Wohnung ausmacht, legt die DIN 18040-2 fest. Wörter wie barrierearm, seniorengerecht oder altersgerecht haben keine feste Bedeutung – dahinter kann viel stecken oder fast nichts.

  2. Rollstuhlgerecht ist eine Stufe mehr

    Die Norm unterscheidet zwischen barrierefrei nutzbar und rollstuhlgerecht. Rollstuhlgerechte Wohnungen haben größere Bewegungsflächen, breitere Türen und eine unterfahrbare Küche. Wer im Rollstuhl sitzt, sucht gezielt danach.

  3. Der Weg bis zur Wohnungstür zählt mit

    Die schönste stufenlose Wohnung hilft nicht, wenn vor dem Haus drei Stufen liegen oder der Aufzug zwischen zwei Etagen hält. Prüfen Sie den Weg vom Gehweg bis ins Bad, nicht nur die Räume.

Die Begriffe

Was in der Anzeige steht –
und was es bedeutet

Die wichtigsten Begriffe aus Wohnungsanzeigen, kurz eingeordnet. Die Maße sind Mindestwerte nach der Norm; im Einzelnen enthält sie deutlich mehr.

  1. Barrierefrei nutzbar

    Die Grundstufe nach DIN 18040-2. Unter anderem Bewegungsflächen von mindestens 1,20 × 1,20 Metern vor Möbeln und Sanitärobjekten, Türen mit mindestens 80 Zentimetern lichter Breite und eine bodengleiche Dusche.

  2. Rollstuhlgerecht (R)

    Die höhere Stufe. Bewegungsflächen von 1,50 × 1,50 Metern, Türen mit 90 Zentimetern lichter Breite, eine Küche und ein Waschtisch, die man mit dem Rollstuhl unterfahren kann, und Platz neben dem WC.

  3. Barrierearm, seniorengerecht, altersgerecht

    Keine festen Begriffe. Gemeint sein kann eine Wohnung mit Aufzug und ebenerdiger Dusche – oder ein Erdgeschoss mit zwei Stufen am Eingang. Fragen Sie nach, was genau dahintersteht.

  4. Schwellenlos und schwellenarm

    Schwellenlos heißt: keine Kante, etwa zur Dusche oder zum Balkon. Schwellenarm heißt: eine kleine Kante bleibt. Für einen Rollator ist das oft in Ordnung, für einen Rollstuhl nicht immer.

  5. Der Zugang zum Haus

    Stufenloser Hauseingang oder Rampe, eine Tür, die sich ohne Kraft öffnen lässt, und ein Aufzug, der in der Etage der Wohnung hält. Erst dann ist die Wohnung auch erreichbar.

  6. Das Umfeld

    Haltestelle, Einkauf, Arzt und Apotheke in der Nähe, abgesenkte Bordsteine auf dem Weg. In Rostock unterscheidet sich das zwischen den Stadtteilen erheblich – schauen Sie sich die Wege an.

    Rostock nach Stadtteilen

Fragen Sie nach dem Nachweis

Wer eine Wohnung ausdrücklich als barrierefrei oder rollstuhlgerecht nach Norm anbietet, sollte das mit Planunterlagen oder der Baubeschreibung belegen können. Steht in der Anzeige nur „barrierearm“ oder „seniorengerecht“, gehen Sie davon aus, dass die Norm nicht erfüllt ist, und prüfen Sie selbst nach.

Bei der Besichtigung

Acht Dinge, die Sie
vor Ort prüfen sollten

Nehmen Sie einen Zollstock mit und gehen Sie den Weg so, wie Sie ihn im Alltag gehen würden – mit Rollator, Rollstuhl oder Einkaufstaschen.

  1. Der Weg zum Haus

    Gibt es vom Gehweg oder Parkplatz aus einen Weg ohne Stufen? Ist er beleuchtet, eben und im Winter geräumt? Wo können Sie vor der Tür halten?

  2. Die Haustür

    Lässt sie sich ohne viel Kraft öffnen, gibt es einen Türöffner, eine Klingel in erreichbarer Höhe und keine hohe Schwelle?

  3. Der Aufzug

    Hält er wirklich in der Etage der Wohnung? In manchen Hochhäusern hält der Aufzug auf den Zwischenpodesten, und eine halbe Treppe bleibt. Passt ein Rollstuhl mit Begleitung hinein?

  4. Die Türen in der Wohnung

    Messen Sie die lichte Breite, also den Raum zwischen den Zargen bei offener Tür – nicht das Türblatt. Achten Sie auf Schwellen, besonders zu Bad und Balkon.

  5. Das Bad

    Ist die Dusche bodengleich? Gibt es neben dem WC und vor dem Waschtisch genug Platz zum Wenden? Lassen sich Haltegriffe an den Wänden befestigen?

  6. Die Küche

    Ist zwischen den Zeilen genug Platz? Lässt sich die Arbeitsfläche im Sitzen nutzen, oder müsste die Küche umgebaut werden?

  7. Balkon und Abstellplatz

    Kommt man ohne Stufe auf den Balkon? Gibt es einen Platz im Erdgeschoss für Rollator, Rollstuhl oder Elektromobil, möglichst mit Steckdose?

  8. Die Wege im Viertel

    Gehen Sie zur nächsten Haltestelle und zum Einkauf. Bordsteine, Steigungen und Kopfsteinpflaster merken Sie erst zu Fuß.

Mieten oder kaufen

Was Sie je nach Weg
beachten sollten

Barrierefreie Wohnungen sind in Rostock vor allem in Neubauten zu finden; im Bestand sind sie seltener. Ob Sie mieten oder kaufen, ändert, wonach Sie fragen.

Wenn Sie mieten

  • Nennen Sie bei der Anfrage gleich, was Sie brauchen – Rollstuhl, Rollator, Begleitperson. Das spart beiden Seiten Besichtigungen.
  • Fragen Sie nach den Maßen von Türen, Bad und Aufzug, bevor Sie hinfahren.
  • Kleine Umbauten wie Haltegriffe oder ein Duschsitz sind oft möglich. Klären Sie das vor dem Einzug mit dem Vermieter und halten Sie es schriftlich fest.
  • Neubauprojekte werden häufig vor der Fertigstellung vermietet. Ein Suchauftrag sorgt dafür, dass Sie früh davon erfahren.

Wenn Sie kaufen oder umbauen

  • Lassen Sie sich die Planunterlagen zeigen: Aus dem Grundriss lassen sich Türbreiten und Bewegungsflächen ablesen.
  • Bei einer Eigentumswohnung entscheidet die Gemeinschaft über Eingang, Rampe oder Aufzug. Lesen Sie die Protokolle der Eigentümerversammlungen.
  • Vieles lässt sich nachrüsten: bodengleiche Dusche, breitere Türen, Schwellen entfernen. Ein Aufzug lässt sich dagegen nur selten nachträglich einbauen.
  • Lassen Sie den Umbau vorher von einem Fachbetrieb einschätzen, bevor Sie mit ihm im Kaufpreis rechnen.

Was auf dieser Seite bewusst nicht steht

Welche Zuschüsse es für einen Umbau gibt und in welcher Höhe, welche Ansprüche Mieter gegenüber dem Vermieter haben und was die Pflegekasse übernimmt. Förderprogramme und Bedingungen ändern sich, und viele setzen voraus, dass noch nichts begonnen wurde. Fragen Sie deshalb vorher nach – bei der KfW, bei Ihrer Pflegekasse oder beim Pflegestützpunkt in Rostock. Rechtsfragen zum Mietverhältnis beantworten Mieterverein, Eigentümerverband oder eine Fachanwaltskanzlei.

Nachgefragt

Häufige Fragen
zur barrierefreien Wohnung

Was uns Wohnungssuchende in Rostock am häufigsten fragen – kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und barrierearm?

Barrierefrei ist ein Begriff aus der DIN 18040-2 mit festen Mindestmaßen für Türen, Bewegungsflächen und Bad. Barrierearm ist dagegen nicht festgelegt: Eine barrierearme Wohnung erleichtert den Alltag, erfüllt die Norm aber meist nicht vollständig. Fragen Sie nach, was genau gemeint ist.

Was bedeutet rollstuhlgerecht?

Rollstuhlgerecht ist die höhere Stufe der Norm, in Plänen oft mit R gekennzeichnet. Bewegungsflächen sind 1,50 × 1,50 Meter groß, Türen haben 90 Zentimeter lichte Breite, und Küche und Waschtisch sind unterfahrbar. Eine barrierefreie Wohnung ist also nicht automatisch rollstuhlgerecht.

Woran erkenne ich in einer Anzeige, ob eine Wohnung wirklich barrierefrei ist?

Am sichersten an einem Hinweis auf die Norm und an Maßangaben im Grundriss. Achten Sie außerdem auf Aufzug, stufenlosen Zugang und bodengleiche Dusche. Fehlen diese Angaben, fragen Sie vor der Besichtigung nach den Maßen von Türen, Bad und Aufzug.

Gibt es in Rostock genug barrierefreie Wohnungen?

Die Nachfrage ist größer als das Angebot, vor allem bei bezahlbaren Wohnungen. Am ehesten werden Sie in Neubauten fündig, die oft schon vor der Fertigstellung vermietet oder verkauft werden. Mit einem Suchauftrag melden wir uns, sobald etwas Passendes frei wird.

SuchauftragImmobilien mieten

Kann man eine Wohnung nachträglich barrierefrei umbauen?

Vieles ja: Dusche, Schwellen und Türen lassen sich oft anpassen. Grenzen setzen tragende Wände, der Zugang zum Haus und der Aufzug. Ob und wie in einer Mietwohnung umgebaut werden darf, klären Sie vorher mit dem Vermieter, in einer Eigentumswohnung zusätzlich mit der Gemeinschaft.

Gibt es Zuschüsse für einen barrierefreien Umbau?

Ja, es gibt Programme des Bundes über die KfW, und auch die Pflegekasse beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen. Bedingungen und Beträge ändern sich, und manche Programme gelten nur, wenn noch nichts begonnen wurde. Fragen Sie vor dem ersten Auftrag nach, zum Beispiel beim Pflegestützpunkt.

Ich möchte eine barrierefreie Wohnung verkaufen oder vermieten – worauf kommt es an?

Auf genaue Angaben. Wer die Maße von Türen, Bad und Aufzug, den stufenlosen Zugang und die Norm benennen kann, erreicht genau die Menschen, die danach suchen, und spart sich vergebliche Besichtigungen. Wir bereiten diese Angaben für Exposé und Anzeige mit auf.

Immobilie verkaufenImmobilie vermieten

Der nächste Schritt

Wir suchen mit –
und wissen, wonach

Wir vermieten und verkaufen in ganz Rostock und kennen viele Häuser von innen. Sagen Sie uns, was Sie brauchen, und wir melden uns, wenn eine Wohnung passt – mit den Maßen, nicht nur mit dem Wort barrierefrei.

Telefon

Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.

E-Mail

ed.mitnevommi@tkatnok

Was Sie brauchen, in welchem Stadtteil und ab wann – mehr brauchen wir für eine erste Antwort nicht.

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